Schwerpunkt der Studienrichtung Informatik an der Universität Klagenfurt ist die Angewandte Informatik.
Ziel ist die Befähigung der Absolventinnen und Absolventen zur qualitativ hochwertigen Entwicklung von
computer-unterstützten Problemlösungen, zum effizienten und effektiven Management des Problemlösungsprozesses
sowie zur Gestaltung des nutzbringenden Einsatzes von Lösungen, basierend auf Methoden
und Techniken der Informatik (Problemlösungskompetenz). Dies erfordert vor allem fundierte Kenntnisse und
Fähigkeiten im Fachgebiet der Informatik und Grundkenntnisse von betrieblichen Zusammenhängen, aber
auch profundes Wissen über das Anwendungsfeld. Softwaresysteme werden in der Informatik in den meisten
Fällen in Organisationen erarbeitet und in ein soziales System eingebettet. Zusätzlich sind daher Methoden-,
Sozial- und Individualkompetenzen für erfolgreiche Realisierung, Einführung und gewinnbringenden Einsatz
von Informatiksystemen notwendig.
Die Informatik ist ein sich stürmisch entwickelndes Gebiet. Die kontinuierliche Verbesserung von Methoden
und Werkzeugen sowie schnell aufeinanderfolgende Innovationen in den Anwendungsbereichen stellen große
Herausforderungen an die Qualifikation der Absolventinnen und Absolventen dar. Weiteres Ziel des Studiums
muss daher sein, Kompetenzen zu vermitteln, sodass einerseits aktiv an diesem Verbesserungs- und
Innovationsprozess mitgearbeitet werden kann und andererseits eine Aktualisierung des Wissensstandes
selbstständig und rasch von den Absolventinnen und Absolventen durchführbar ist. Dies erfordert nicht nur
detaillierte Kenntnisse über die grundlegenden Konzepte, Zusammenhänge und Erkenntnisse des Fachs, auf
denen Methoden und Werkzeuge fußen, sondern auch eine Stärkung der Individualkompetenzen wie Selbststeuerung
und Gestaltungswille. Gerade eine Kombination von Forschung, Lehre und Anwendung schafft
hier ideale Voraussetzungen zum Aufbau dieser Fähigkeiten.
Im Bakkalaureatsstudium Informatik der Universität Klagenfurt werden daher folgende Kenntnisse und
Fähigkeiten vermittelt:
Fachkompetenzen: Diese umfassen einen breiten Fächerkanon der Informatik und gliedern sich in:
• Angewandte Informatik
• Softwareentwicklung
• Mathematik und theoretische Grundlagen
• Technische Grundlagen und Systemsoftware
• Vertiefende Wahlfächer.
Diese Fächer bilden den Kern zur Qualifikation als Software-Ingenieurin und Software-Ingenieur. Es wird
neben den Grundlagen der Informatik dem anwendungsorientierten Charakter des Studiums besonders
Rechnung getragen. Durch Integration von grundlagen- und anwendungsorientiertem Wissen in den Lehrveranstaltungen
wird die Basis zur zielgerichteten Beherrschung und Anwendung von Konzepten, Methoden
und Werkzeugen geschaffen.
Vertiefende Wahlfächer bieten zusätzliche Kenntnisse in ausgewählten Teilbereichen der Informatik und
ermöglichen den Studierenden eine individuelle Qualifikationserweiterung.
Anwendungsfach: Als Anwendungsfächer stehen Betriebswirtschaft, Computerlinguistik, Mathematik und
Geographie zur Auswahl.
Eine Vielzahl von Anwendungssystemen wird für den betriebswirtschaftlichen Bereich von Unternehmungen
erarbeitet. Darüber hinaus ist für die Entwicklung, den Einsatz und das Management von Informatiksystemen,
aber auch zur Führung von Organisationseinheiten betriebswirtschaftliches Wissen notwendig. Das
Anwendungsfach Betriebswirtschaft vermittelt diese Qualifikationen und bereitet daher für Führungsaufgaben
im Bereich der Informationstechnologie vor.
Die Weiterentwicklung der Kommunikation zwischen Mensch und Computer wird zunehmend durch natürlichsprachige
Schnittstellen gekennzeichnet. Wesentliche Beiträge zu dieser Weiterentwicklung können aber
nur mit einer fundierten Basis auf dem Gebiet der Computerlinguistik gegeben werden. Im Rahmen des Anwendungsfaches
Computerlinguistik werden diese Qualifikationen umfangreich aufgebaut.
Mathematische Methoden werden mit dem zunehmenden Einsatz von Computern immer leichter zugänglich
und damit immer wichtiger in allen Bereichen der modernen Arbeitswelt. Mit den Vertiefungsmöglichkeiten
Datensicherheit und Kryptologie, Operations Research und Angewandte Statistik und Finanzmathematik im
Anwendungsfach Mathematik wird dem Bedarf in Industrie, Wirtschaft und Verwaltung Rechnung getragen.
Die moderne Geographie befasst sich mit der Beschreibung, Erklärung und Planung von natürlichen und
sozialen Strukturen und Prozessen, zumeist im räumlichen Kontext. Eines der wichtigsten Instrumente dazu
ist die geographische Informationsverarbeitung. Die methodischen und thematischen Grundlagen dazu und
die praktische Umsetzung sind Inhalt des Anwendungsfaches Geographie.
Kompetenzerweiterung: Für den beruflichen Erfolg der Absolventinnen und Absolventen sind neben fundierten
fachlichen Kenntnissen Methoden-, Sozial-, und Individualkompetenzen von entscheidender Bedeutung.
Diese umfassen Fähigkeiten in den Bereichen: Problemanalyse und –synthese, Recherche, Führung,
Management, Kommunikation, Teamarbeit, Innovation, Verantwortungsmotivation, Verhaltenskompetenz,
Selbstorganisation und Weiterbildung. Fähigkeiten zu diesen Bereichen werden einerseits explizit durch
spezielle Lehrveranstaltungen zu diesen Themen vermittelt und andererseits in (Pro-)Seminaren und Praktika
angewendet sowie vertieft. Alternativ oder ergänzend dazu können sich die Studierenden in die rechtlichen
Grundlagen insbesondere des DV-Rechts einarbeiten.
Absolventinnen und Absolventen der Informatik werden international tätig sein. Der Beherrschung der englischen
Sprache kommt daher besondere Bedeutung zu. Aufbauend auf den vorhandenen Englischkenntnissen
der Studierenden wird durch weiterführende Lehrveranstaltungen die aktive und passive Sprachkompetenz
erweitert. Zusätzlich werden Auslandsaufenthalte gefördert.
Praxisbezug: Die Integration der Praxis in ein anwendungsorientiertes Studium der Informatik ist unverzichtbar.
Dies wird erreicht durch:
• Lektorinnen und Lektoren aus Wirtschaft und Verwaltung und
• aktuelle Problemstellungen aus der Wirtschaft im Softwarepraktikum (Projektpraktikum).
Die Absolventinnen und Absolventen des Bakkalaureatsstudiums sind Informatik-Fachkräfte mit ausgewogenen
Grundlagenkenntnissen und besonderer Qualifikation in der Entwicklung von Software- und Informationssystemen.
Sie sind befähigt, nach kurzer Einarbeitungszeit Softwareentwicklungsprojekte im
Team erfolgreich durchzuführen, Projekte zu leiten, komplexe Informatiksysteme (Hardware-/Software-/
Netzwerksysteme) in Abstimmung mit Auftraggebern zu spezifizieren, inhaltlich und kommerziell zu evaluieren,
verantwortlich einzuführen und in ihrer Anwendung gewinnbringend zu managen. Sie können die Zusammenhänge
zwischen grundlegenden Erkenntnissen und anwendungsorientierten Methoden erkennen
und nutzbringend einsetzen.
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