Allgemein-didaktische und fächerübergreifende Kompetenzen
Lehrerin und Lehrer zu sein setzt vielfältige Kompetenzen voraus. Die universitäre Lehrerinnen- und
Lehrerbildung schafft für den Erwerb dieser Kompetenzen Grundlagen, die durch einen lebenslangen
Fortbildungsprozess weiter entwickelt werden müssen. Der Erwerb dieser Kompetenzen erfolgt
prinzipiell in allen Lehrveranstaltungen der fachlichen, fachdidaktischen, pädagogischen und
schulpraktischen Ausbildungsteile.
· Vermittlungskompetenz: Fähigkeit zur Gestaltung lebendiger Präsentationen unter Einbeziehung
von neuen Medien (z.B. CD-ROM, Internet) und Präsentationstechniken;
· Moderationskompetenz: Fähigkeit, Diskussionen und Entscheidungsprozesse in Klein- und
Großgruppensituationen methodisch flexibel zu moderieren;
· Beurteilungskompetenz: Fähigkeit, eigene und fremde Lernfortschritte zu dokumentieren und zu
beurteilen; Kenntnis verschiedener Beurteilungssysteme; Fähigkeit, deren Möglichkeiten und
Grenzen kritisch zu reflektieren
· Kompetenz in forschendem Lernen: Lernen durch Selbst-Entdecken, durch experimentierendes Tun,
durch hypothesenbildendes und -prüfendes Problemlösen, durch Wechsel von Handeln und
Reflektieren; Fähigkeit, bei Schülerinnen und Schülern durch neugierig machende Lernaufgaben ein
Problembewusstsein zu erzeugen, sie beim Problemlösen und beim Selbstüberprüfen von
Lernergebnissen zu unterstützen.
· Teamfähigkeit: Fähigkeit im Team zu arbeiten; Kooperationsbereitschaft; Durchsetzungsfähigkeit
und Fähigkeit zur Delegation.
· Sprachkompetenz: Schriftliche und mündliche Ausdrucksfähigkeit in deutscher und englischer
Sprache; Sprachbewusstsein; Fähigkeit, mit Experten und Laien zu kommunizieren;
· Selbstkompetenzen: Fähigkeit, eigene Motivation zu entfalten, Fähigkeit zu persönlichem Auftreten
und kontrollierter Selbstdarstellung; Entscheidungsfähigkeit, Innovationsfähigkeit; Bereitschaft zur
kontinuierlichen Weiterbildung.
· Wertorientierung: Fähigkeit, die Pluralität von Werten zu akzeptieren und seine persönliche
Wertordnung argumentativ zu vertreten; Fähigkeit zur Wahrnehmung und zum Verständnis
kultureller Verschiedenheiten im Bereich von Ethnien und Religionen; Sensibilität für
Geschlechterdisparitäten.
· Fähigkeit zu wissenschaftlichen Denkweisen, wie analytisches, logisches, vernetztes,
problemlösendes, synthetisches Denken;
(4d) Unterrichtsfach Mathematik
i) Fachliche Kompetenzen
Die Absolventinnen und Absolventen des Lehramtsstudiums im Unterrichtsfach Mathematik sollen
in der Lage sein,
· jenen Teil der Mathematik, der in den allgemeinbildenden höheren Schulen und berufsbildenden
mittleren und höheren Schulen unterrichtet wird, einfach und verständlich zu erklären und gut zu
motivieren. Dazu ist es notwendig, dass sie diese Bereiche der Mathematik und ihre wissenschaftlichen
Hintergründe und Zusammenhänge sehr gut kennen und beherrschen.
· den Computer und mathematische Software im Unterricht einzusetzen.
· bei ihren Schülerinnen und Schülern Interesse für Berufe, die viel Mathematik brauchen, zu wekken
und Querverbindungen zu anderen Unterrichtsfächern herzustellen. Dazu ist die Kenntnis einiger
wichtiger Anwendungen der Mathematik erforderlich.
· die Qualität von Schulbüchern und anderen Unterrichtsbehelfen (z. B. Software) zu beurteilen
und diese kritisch zu verwenden.
· den Lehrplan kritisch zu interpretieren und sich gegebenenfalls aus der Literatur neue Lehrplaninhalte
selbständig zu erarbeiten.
· über die geschichtliche Entwicklung und gesellschaftliche Bedeutung der Mathematik zu informieren.
ii) Fachdidaktische Kompetenzen
· Die Lehramtsstudierenden sollen grundlegende Theorien und Modelle für die Planung, Durchführung
und Evaluation des Mathematikunterrichts kennenlernen. Sie sollen die Fähigkeit erwerben,
diese Theorien und Modelle in die Unterrichtspraxis umzusetzen.
(4e) Unterrichtsfach Physik
i) Fachliche Kompetenzen
Die AbsolventInnen des Lehramtsstudiums im Unterrichtsfach Physik sollen grundlegende theoretische
Kenntnisse erwerben:
· in den physikalischen Teilgebieten Mechanik, Elektrizität und Magnetismus, Optik, Wärme,
Atom- Molekül- und Festkörperphysik, Relativitätstheorie, Astrophysik und Kosmologie – wobei
es nicht auf die Zahl der bekannten Fakten, sondern auf den breiten Überblick, das Verständnis,
die Zusammenschau, und das Brückenschlagen zu anderen Wissensgebieten ankommt;
· in jenen fachverwandten Gebieten, in denen physikalische Grundkenntnisse zu einem vertieften
Verständnis führen, also in Meteorologie und Geophysik, in Biologie, in Chemie und in der physikalischen
Medizin
· in der Geschichte der Physik
· in der technischen Nutzung von physikalischen Erkenntnissen, und im Aufzeigen von damit verbundenen
problematischen Auswirkungen auf die Gesellschaft
ii) Fachdidaktische Kompetenzen
Die AbsolventInnen des Lehramtsstudiums im Unterrichtsfach Physik sollen in der Lage sein,
· die Physik nicht als große Menge von unzusammenhängenden Einzelfakten darzustellen, sondern
die Schüler/innen ständig zur Zusammenschau und Vernetzung der besprochenen Inhalte und
Konzepte anzuleiten;
· die „Methode der Physik“ schülergerecht herauszuarbeiten, die darin besteht, komplexe Situationen
mit Hilfe von einfachen Modellen zu verstehen, ohne dass dabei die wesentliche Züge des
Vorganges verloren gehen;
· die Schüler/innen behutsam an die zunächst überraschende Tatsache heranzuführen, dass sich die
Physik ihre Modelle aus „geeigneten mathematischen Bausteinen“ zusammenstellt;
· die „Methode der Physik“ in ihren Möglichkeiten und Grenzen zu bewerten und mit den Methoden
der anderen Wissenschaften zu vergleichen;
· die „Methode der Physik“ zur Gewinnung von Erkenntnissen als ganz allgemein anwendbare,
sehr erfolgreiche Methode eines rationalen „Herangehens an die Welt“ zu präsentieren, um so die
Schüler/innen zu ermutigen, sich diese Haltung zu eigen zu machen und damit zu kritisch denkenden
Staatsbürgern zu werden;
· die besprochenen physikalischen Inhalte ständig an die Erlebniswelt der Schüler/innen anzubinden,
und über eine Vielfalt von interessanten Experimenten im Klassenzimmer eindrucksvoll
„ablaufen“ zu lassen.