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Studium Chemie (Lehramt) Studieren an der TU Wien Österreich E190423 Unterrichtsfach Chemie - TU Wien


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Qualifikationsprofil
Die Lehramtsstudien der Unterrichtsfächer Mathematik, Darstellende Geometrie, Physik und Chemie, dienen der fachlichen, fachdidaktischen und pädagogischen Berufsvorbildung unter Einschluss einer schulpraktischen Ausbildung in zwei Unterrichtsfächern für das Lehramt an höheren Schulen. Als Fachleute für die Vermittlung naturwissenschaftlich-mathematischer Kenntnisse erwerben die Absolventinnen und Absolventen Qualifikationen, die ihnen auch andere Berufsmöglichkeiten eröffnen. Beispiele hierfür sind die Lehrtätigkeit in anderen Schultypen oder in der Erwachsenenbildung, die Öffentlichkeitsarbeit in Unternehmen einschlägiger Bereiche oder die Tätigkeit im Wissenschaftsjournalismus und –management.

Das primäre Ziel des Studiums ist der Erwerb eines breiten, wissenschaftlich fundierten Grundlagenwissens des jeweiligen Unterrichtsfachs unter Einbeziehung der Informationstechnologien. Diese Basis soll die Absolventen/innen befähigen, der wissenschaftlichen Entwicklung des Fachs in den Jahren ihres Berufslebens zu folgen und so ihr Unterrichtsfach unter Orientierung am jeweiligen Stand der Wissenschaft lehren zu können. Von den Absolventinnen und Absolventen wird das Bestreben nach einer engagierten und optimalen Ausübung ihres Berufs und die Bereitschaft zur berufsbegleitenden Fortbildung erwartet. Die Studien orientieren sich sowohl am Forschungsgegenstand der beteiligten Fächer als auch am Lehrplan der höheren Schulen. Von Lehrkräften wird erwartet, dass sie ihr Fach in interdisziplinäre Zusammenhänge stellen und Querbezüge herstellen können.

Die unabdingbare fachliche Kompetenz zur Vermittlung der Fachkenntnisse erfordert aber auch fachdidaktische, personale und kommunikative, pädagogische, didaktische, erziehungspsychologische Fähigkeiten, sowie schulorganisatorische Kenntnisse, die auch im Rahmen einer schulpraktischen Ausbildung erworben werden.

Durch die Wahl einer Diplomarbeit in einem der gewählten Unterrichtsfächer können die Studierenden das Wissen vertiefen und Einblicke in die wissenschaftliche Forschung im entsprechenden Gebiet gewinnen. Durch den Abschluss des Lehramtsstudium wird auch die Zulassungsvoraussetzung für ein Doktoratsstudium in einem facheinschlägigen Unterrichtsfach erworben.

Im Detail umfasst das Qualifikationsprofil der Lehrerin/des Lehrers folgende allgemeine Aspekte:

1.1.    Personale und kommunikative Aspekte

Das pädagogische und didaktische Wirken der Lehrerin/des Lehrers hängt wesentlich von ihrer/seiner Persönlichkeit ab. Bedeutsam sind daher ihre/seine Fähigkeiten * zu einem vom Berufsethos getragenen Urteilen, Entscheiden und Handeln;
•    zur Selbstreflexion in pädagogischer, fachwissenschaftlicher, didaktischer und kommunikativer Hinsicht;
•    zu einem von wechselseitiger Wertschätzung und gegenseitigem Verständnis getragenen Umgang mit Schülern und Eltern;
•    zur Kooperation mit Kollegen und Vorgesetzten;
•    zur Nutzung persönlichkeitsstabilisierender Methoden (Entlastungstechniken) und Institutionen (Supervision);
•    zur sachlichen, logischen und kritischen Beurteilung von Informationen, Situationen und Konzepten;
•    zur Erfassung der wesentlichen Informationen, zu ihrer Verknüpfung mit Kenntnissen aus verschiedenen Gebieten und zur kreativen Anwendung in Problemlösungen;
•    zur Erweiterung ihrer/seiner Kompetenzen durch selbstgesteuertes berufsbegleitendes Lernen.

1.2.    Pädagogische Aspekte

Die von den Lehrerinnen und Lehrern geforderte pädagogische Kompetenz umfasst die Fähigkeiten
•    zur Gestaltung einer wirksamen erzieherischen Interaktion im Sinne eines demokratischen Führungsstils;
•    zur Förderung positiver sozialer Beziehungen zwischen den Schülerinnen und Schülern;
•    zur Aufklärung der Schülerinnen und Schüler hinsichtlich ihrer Rechte und Pflichten in der Schule;
•    zur Herstellung und Sicherung eines Ordnungsrahmens für die Durchführung des Unterrichts;
•    zum wirkungsvollen Einsatz der gesetzlich verfügbaren Erziehungsmittel;
•    zur Wahrnehmung und Abwendung von Gefährdungen der Schülerinnen und Schüler.

1.3.    Didaktische Aspekte

Von der/dem Lehrer/in fordert dies die Fähigkeit
•    zur Herstellung eines positiven Lernklimas;
•    zur Motivation der Schülerinnen und Schüler;
•    zur Strukturierung des Lehr-/Lern-Prozesses nach lern- und motivationstheoretischen Grundsätzen;
•    zur Organisation des Lernens der einzelnen Schülerin/des Schüler im Rahmen des Lernkollektivs der Schulklasse;
•    zur Beachtung der individuellen Lernvoraussetzungen und Lernbefähigung durch Differenzierung und Individualisierung des Lehrens;
•    zur klaren und lebendigen Darstellung der Lehrinhalte in mündlicher und schriftlicher Form;
•    zur Bewertung und zum Einsatz von medialen Lehr- und Lernhilfen, insbesondere auch der Informationstechnologien;
•    zur Gestaltung von notwendigen Rückmeldungen über das Erreichen oder Nichterreichen von Lernzielen;
•    zur Planung und Durchführung der Leistungsmessung und Leistungsbeurteilung unter Beachtung der Kriterien der Objektivität, Reliabilität und Validität.

1.4.    Erziehungspsychologische Aspekte

Erforderlich für den Lehrberuf sind die Fähigkeiten
•    zur Untersuchung und Klärung pädagogischer Phänomene und Probleme unter Anwendung entwicklungs-, sozial- und lernpsychologischer Theorien;
•    zur Berücksichtigung der phasenspezifischen Erscheinungsform und Entwicklungsaufgaben der späten Kindheit, des Jugendalters und der Adoleszenz bei der Planung von Erziehung und Unterricht;
•    zur richtigen Einschätzung der Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler und zur Vermeidung von Über- und Unterforderung;
•    zur Anwendung angemessener Interaktionsformen in sozialen Konfliktfeldern;
•    zur Vermeidung repressiver, Angst erzeugender Interaktionsformen;
•    zur Beratung von Schülern und Eltern über notwendige psycho- und sozialtherapeutische Maßnahmen.

1.5.    Schulorganisatorische Aspekte

Die Schule als gesellschaftliche Dienstleistungsinstitution ändert sich mit gesellschaftlichen Erwartungen und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Lehrerinnen und Lehrer haben daher die Aufgabe, an der Weiterentwicklung der Schule mitzuwirken.
Besondere Anforderungen entstehen aus der den Schulen heute gewährten größeren Eigenständigkeit (Autonomie).
Für Lehrerinnen/Lehrer ergibt sich daraus die Notwendigkeit der Fähigkeiten
•    zur Beurteilung der Stellung der Schule im demokratischen Rechtsstaat;
•    zur Gestaltung der pädagogischen Arbeit im Spannungsfeld zwischen pädagogischer Freiheit und Weisungsgebundenheit;
•    zur Mitarbeit in den Gremien der Schulpartnerschaft;
•    zur Mitgestaltung der Lehrpläne auf Schulebene;
•    zur produktiven Kommunikation mit vorgesetzten Entscheidungsträgern und außerschulischen Interessenvertretern;
•    zur Durchführung qualitätsfördernder Innovationen und deren Evaluation;
•    zur Mitwirkung an der Organisationsentwicklung der Schule im Hinblick auf Schulprogramme und Schulprofile.

1.6.    Fachdidaktische Aspekte

Die fachdidaktische Kompetenz umfasst die Fähigkeiten
•    zur Begründung des Unterrichtsfaches als Lehr-/Lern-Bereich der Schule;
•    zum Verständnis der Stellung des Unterrichtsfaches im Fächerkanon der Schule;
•    zum Erkennen der multidisziplinären wissenschaftlichen Grundlagen des Unterrichtsfaches;
•    zur Interpretation des Lehrplans unter den Aspekten der Auswahl und Gewichtung der Lehrinhalte und der Bestimmung der Lehr-/Lern-Ziele;
•    zur Planung und Gestaltung der fachunterrichtlichen Lehr-/Lern-Prozesse unter Beachtung der strukturellen, thematischen und praktischen Besonderheiten des Unterrichtsfaches;
•    zur Planung und Durchführung der dem Unterrichtsfach entsprechenden Formen der Leistungsbeurteilungen;
•    zur Bereitschaft zur fächerübergreifenden Kooperation im Rahmen von Unterrichtsprojekten insbesondere im Hinblick auf die Unterrichtsprinzipien.

1.7.    Fachwissenschaftliche Aspekte

Den Studierenden sind in allen für das jeweilige Unterrichtsfach grundlegenden Wissenschaften folgende Befähigungen zu vermitteln:
•    Grundlegende Kenntnisse über Forschungsmethoden, Forschungsergebnisse und Systematik der Disziplinen.
•    Die Fähigkeit zur selbständigen wissenschaftlichen Behandlung von einschlägigen Problemen und Themen.
•    Vertieftes Wissen und Verständnis in den lehrplanrelevanten Bereichen der wissenschaftlichen Disziplinen.
•    Verständnis für die historische Entwicklung der wissenschaftlichen Disziplinen und ihrer Forschungsprobleme und Forschungsergebnisse.
•    Die Bereitschaft und Fähigkeit, die kontinuierlichen Veränderungen im Fortschritt der Wissenschaften mit- bzw. nachzuvollziehen.
Für die einzelnen Unterrichtsfächer bedeutet dies Basis-, grundlegende und detaillierte Kenntnisse sowie Verständnis und Befähigung zur Durchführung fachspezifischer Aufgaben.  In Hinblick sowohl auf die Erfordernisse der Wissenschaft also auch auf das berufliche Profil können einzelne Lehrveranstaltungen auch in einer Fremdsprache angeboten werden.  Dieses allgemeine Qualifikationsprofil wird durch fachspezifische Anmerkungen in den einzelnen Studienplänen ergänzt.



Tipp: Suche nach Studium Chemie (Lehramt) an allen UNIs und FHs in Österreich


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